The LEGO Movie

Veröffentlicht am 20. Juli 2020
Das ständige Neu-Erfinden von Dingen durch die Rekombination von alten Teilen war schon immer das, was LEGO ausgemacht hat. Nun kommt LEGO ins Kino – ist das neueste Stück ein Kinderspiel oder Meisterwerk?
Der LEGO-Film dreht sich selbstverständlich rund um das echte und ist doch in einem fiktionalen LEGO-Universum angesiedelt. Die Erzählung geht dabei erfrischender Weise mit einer gehörigen Portion Selbstironie vor und legt selbstreflexiv einen doppelten Boden für ihre LEGO-Welt aus.

Am Anfang leben die LEGO-Menschen in einer Welt, die aussieht wie aus der Werbung. Alles ist perfekt platziert und auf Hochglanz poliert, jeder LEGO-Stein und -Mensch erfüllt, natürlich ganz nach Plan, seinen Zweck in einem größeren Ganzen. Doch dann stellt sich heraus, dass alles nur eine Farce ist. Denn der böse Präsident des LEGO-Universums, der natürlich auch Chef des größten Konzerns ist und den selbsterklärenden Namen Präsident Business trägt, plant alle LEGO-Menschen an ihren Boden festzukleben, denn zu oft nehmen sie sich Freiheiten und verkomplizieren damit seinen Meister-Plan. Eine Gruppe von Rebellen ist sich sicher nur „der Besondere“, der paradoxerweise ein einfacher Mann aus dem LEGO-Volk ist, kann die (Bewegungs-) Freiheit der Menschen retten. Das Besondere am „Besonderen“ ist, dass er so dämliche Ideen hat, um etwas aus Legos zu bauen, dass sie niemand, also auch nicht der Bösewicht, für sinnvoll hält.
Auf der LEGO-Baustelle
Der LEGO-Film stellt die Frage, ob LEGO ein Spielzeug oder ein hochraffiniertes Baukastensystem ist. Das verleiht ihm selbstreflexive Tiefe. Dabei ist wie in der Realität klar: es hängt davon ab, was man mit LEGO macht. Für den nach Perfektionismus strebenden Erwachsenen ist es ein hochraffiniertes Baukastensystem, doch der Fantasie jedes Kindes entspringt ein Spiel mit unbegrenzten Möglichkeiten, sobald es LEGO-Steine vor sich hat. Denn das ständige Neu-Erfinden von Dingen durch die Rekombination von alten Teilen war schon immer das, was LEGO ausgemacht hat.

Die LEGO-Macher haben es zwar geschafft viele alte Stereotypen aufzugreifen, aber leider ist ihr LEGO-Film nach einer ganz gewöhnlichen Anleitung gebaut. Oder um es mit den Metaphern und Worten des Filmes zu sagen: Es fehlt ihnen an Ideen sich selbst als Baumeister zu beweisen. Denn sie machen nicht Neues aus all dem Alten. Naja, immerhin ist die Message schön...
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