Mission Impossible

Veröffentlicht am 20. Juli 2020
Einen Meilenstein des Blockbuster-Kinos schuf Brian De Palma mit Mission Impossible, denn inmitten all des Spektakels steht ein Gleichgewicht, das ständig gefährdet ist.
In der Anfangsphase des Kinos ging es in erster Linie darum visuelle Neugier zu wecken und ein aufregendes Spektakel zu bieten. Dass dieses Spektakel durchaus mit einer guten Erzählung verbunden sein kann, zeigt Brian De Palma in Mission Impossible. Und nicht nur das, Brian De Palma zeigt auch wie Blockbuster-Kino spektakulär und clever zugleich sein kann. Denn er schafft es auf sehr charmante Weise nicht nur die Spannung, sondern auch den Witz auf die Spitze zu treiben. Deshalb wurde Mission Impossible zu Brian De Palmas größten kommerziellen Erfolg und zu einem der besten Agententhriller aller Zeiten. Grund genug sich kurz Zeit zu nehmen die Geschichte zu erzählen.

Ein Team von CIA-Agenten soll einen Verräter überwachen, es scheint als funktioniere der Plan. Doch dann geht alles schief, drei Agenten werden getötet. Tom Cruise überlebt den Hinterhalt. Als er mit seinem Chef darüber spricht, stellt sich heraus, dass das Ganze eine inszenierte Maulwurfsjagd war – und es kommt noch schlimmer, denn sein Chef ist der Überzeugung, dass er der Maulwurf ist. Dafür hat er Beweise: erst kürzlich hat jemand 100.000 Dollar auf Tom´s Konto überweisen. Tom Cruise bleibt nichts anderes übrig als sich auf eine Mission Impossible zu begeben. Ausgeschlossen vom CIA muss er den wahren Maulwurf aus seinem Bau zu locken und fangen. Um den Verräter zu enttarnen, kämpft er sich durch ein Labyrinth aus gut gemeintem Rat und böswilligen Verrat.
Unbemerkt schweben, um zu leben: Ethan Hunt im CIA-Hauptquartier
In der beeindruckten Szene des Films kämpft er dann gegen die Natur: Schwerkraft, Temperatur und Druck muss er außer Kraft setzen, um den Hauptrechner der CIA zu knacken. Brain De Palma hebt hier das Zeitgefühl auf, der Zuschauer spürt den Balance-Akt den Tom Cruise vollführt: Er lässt Tom Cruise über den Lüftungsschacht hinab in den wichtigsten Raum des CIA-Hauptquartiers schweben. Er lässt den Ton weg und stellt das Visuelle in den Vordergrund. So erschafft Suspense vom allerfeinsten. Spannung pur – mehr noch es ist Attraktionskino vom allerfeinsten: Die Erzählung kommt zum Stillstand, dafür tritt der visuelle Schauwert in den Vordergrund. Und Brian De Palma setzt einfach immer noch einen oben drauf: Zuerst kommt ein Mitarbeiter in den Raum und Tom Cruise schafft es nicht mehr sich zurück nach oben in Sicherheit zu ziehen, weshalb er direkt über dem Kopf des Mitarbeiters schwebt. Als er es dann an den Rechner geschafft hat, droht ein fataler Schweißtropfen an seiner Stirn den Alarm auszulösen. Und selbst als alles geschafft ist, fällt ein Messer zurück in den Raum und lässt die ganze Aktion auffliegen. Auch wenn Tom Cruise im Bild balanciert, so ist es doch Brian De Palma der für ein ständig gefährdetes filmisches Gleichgewicht sorgt.

Ähnlich furios geht es auch im Finale zu. Dort zeigt sich De Palmas Vorliebe für Züge, die er wohl auch dem frühen Kino der Attraktionen zu verdanken hat. In Mission Impossible ist auffallend, dass spektakuläre Attraktionen immer noch das Blockbuster-Kino ausmachen. Weniger ausfallend ist, dass Brian De Palma wie sein Vorbild Alfred Hitchcock ein Großmeister im visuellen Geschichten-Erzählen ist.
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