Der gläserne Schlüssel

Veröffentlicht am 20. Juli 2020
Gangster, Grenzen und eine bildschöne Blondine – Der Gläserne Schlüssel  ist ein Film noir, der in Erinnerung bleibt.
Paul ist ein skrupelloser Gangster. Er ist einer der Leute, die andere Leute davon überzeugen wollen, dass sie das, was sie tun, für andere zu tun. Deshalb ist er Politiker. Für ein gutes Geschäft geht er, obwohl er in der Öffentlichkeit steht, über Leichen. Was er für die Liebe tut, will man gar nicht wissen. Man erfährt es trotzdem, als er sich in die Tochter eines Senators verliebt. Um ihren Vater zum Wahlsieg zu verhelfen, macht die bildschöne Blondine Janet Paul Hoffnungen. Dass Paul auf diese schöne Illusion reinfällt, kann man verstehen. Denn Janet wird von Veronica Lake gespielt, die ein Gesicht hat, von dem man, wenn man es sieht, gar nicht mehr wegsehen will. Um diese Schönheit immer zu sehen, plant Paul sie unter die Haube zu bringen. Er erzählt das, wie alles andere auch, seinem besten Freund und engsten Berater, Ed. Als Paul sie ihm vorstellt, wird Ed klar, dass Janet nur mit Paul spielt, da sie sich an ihm Avancen macht. Für Paul und Ed verkompliziert sich alles noch mehr, als sie dahinter kommen, dass Pauls achtzehnjährige Schwester sich in den Bruder seiner Auserkorenen verliebt hat. Als dieser ermordet wird, kommen einige Dinge auf den Prüfstand.
Veronica, Paul und Ed
Der gläserne Schlüssel  erzählt von Grenzen, die verschoben werden. Von den Grenzen der Loyalität. Von den Grenzen der Freundschaft. Und den Grenzen der Liebe. Sowohl von der, die man vorgibt zu haben, als auch von der, die man sich selbst nicht eingesteht, da man sie für unerfüllbar hält. Auf einfache Weise zeigt Der gläserne Schlüssel, wann ein Untergebener seinen Chef verrät und wann nicht. Wann er so weit geht ihn zu ermorden. Und wann ein Freund eine Frau, die ihn liebt, für einen Freund aufgibt. Und wann ein Freund eine Frau, die er liebt, für einen Freund opfert. Was er leider meistens nicht schafft, ist dabei aufzuzeigen, warum sich die Grenzen verschieben. Auch wenn Der gläserne Schlüssel  seine Figuren wie seine Bilder nicht in nur in Schwarz und Weiß darstellt, sondern insgesamt gerade von den Graustufen in der Gestaltung lebt, fehlt ihm etwas die Tiefe. Denn die auffällig harten Hell-Dunkel-Kontraste in der Lichtgestaltung des Films finden sich auch in der Behandlung seiner Themen wieder. In Erinnerung bleibt Der gläserne Schlüssel  trotzdem. Vielleicht gerade dafür, dass er als klassischer Vertreter des Film noir ein auffallend positives Ende in eine düstere Welt bringt.
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